Barockensemble entführte ins Labyrinth der Liebe

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„Banquetto musicale“ in Heilig Kreuz.
„Banquetto musicale“ in Heilig Kreuz. | Foto: Cristina Segovia-Buendía
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Zu einer musikalischen Reise in die späte Renaissance und frühe Barockzeit entführte das Ensemble „Banquetto Musicale“. In der Kirche Heilig Kreuz präsentierte das Trio ein akustisches Galadinner aus wohlklingenden Arien und sanften Melodien unter dem Titel „Laberinto d’Amore“.

Engelsgleicher Gesang

Drei Musiker, zwei Instrumente und eine engelsgleiche Stimme. Mehr war nicht nötig, um die Besucher dieses besonderen Konzertmoments einzufangen und mit einer kurzweiligen Kreuzfahrt durch die Musikgeschichte zu navigieren. Die für die Zuhörer minutiös ausgewählte Reiseroute beinhaltete Stücke von Georg Philipp Telemann, John Dowland, Michael Praetorius und – als einzige Frau – Barbara Strozzi.

Ohne viel Brimborium stieg das Trio, bestehend aus Sängerin Barbara Willimeck, Martin Junge (Laute) und Florian Höck (Flöte) ins Programm ein und erhellte das Kirchenschiff mit wunderbaren Klängen fremder Zeiten. Optisch weckte vor allem die Laute von Martin Junge das Interesse der Besucher. Das dickbäuchige Instrument beeindruckte mit einem besonders langen Hals. Junges Finger glitten gekonnt darauf herum und entlockten dem Saiteninstrument tiefe, gesättigte Töne, charakteristisch für die Barockmusik, die sich erstmals durch einen Generalbass auszeichnet. Auch das Zusammenspiel von Instrument und Gesang, das Willimeck auf einem beeindruckend hohen Niveau beherrscht – und sowohl kraftvolle als sanft-säuselnde Töne hervorzaubert – ist ein Merkmal jener musikalischen Zeit, in der die Monodie eingeführt wurde. Florian Höck komplettierte das Trio mit den erfrischenden Tönen seiner Flöte, die sowohl als Begleitinstrument zum Gesang von Willimeck zum Einsatz kam als auch prominent neben der Laute die Melodie spielte.

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Die Besucher lauschten neugierig und konzentriert, schlossen immer wieder die Augen, um die Musik zu genießen. Bilder vergangener Zeiten, großer Spiegelsäle, pompöser Schlösser, wallender Kleider und gefederter Hüte zeichneten sich vor dem inneren Auge ab. Diese besondere Art der Musik lockt offenkundig nicht mehr die großen Massen an, ist aber für Liebhaber der Musik – auch wenn nicht explizit der Klassischen – ein Hochgenuss für die Ohren, dem das Trio durch sein feines Gespür und unbestreitbares Können und Talent die Brosche aufsetzt.

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