Suche nach E-Ladesäulen-Standort in der Bezirksvertretung

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Meist zeigt sich der Parkplatz an der Kreuzbergstraße nicht so leer. | Foto: Sascha von Gerishem
Meist zeigt sich der Parkplatz an der Kreuzbergstraße nicht so leer. | Foto: Sascha von Gerishem
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Die Nachfrage nach E-Mobilität wächst in Remscheid. Von 2017 auf 2018 gab es in der Stadt einen Anstieg um 75 Prozent bei den Anmeldungen von Elektrowagen. Doch noch ist der Gesamtanteil der Autos mit reinem oder teilweise elektrischem Antrieb im Vergleich zu denen mit klassischem Verbrennungsmotor gering. Rund 140 der 60.000 in der Stadt gemeldeten Fahrzeuge zählen zu den E- und Hybrid-Modellen.

Entscheidung verschoben

Offenbar noch zu wenig, um in Lüttringhausen zwei Parkplätze in zentraler Lage für das Stromtanken vorzuhalten. Die Vorlage der Verwaltung sieht eigentlich auf Kosten der EWR die Installation einer Ladesäule für zwei E-Autos auf dem kleinen Parkplatz zwischen Bäckerei und Metzgerei an der Kreuzbergstraße vor. Anfang des Jahres sprachen sich die Bezirksvertreter auch für diese Vorlage aus, stellten aber nach dem Einwand der ansässigen Einzelhändler in Kooperation mit dem Marketingrat Lüttringhausen den Beschluss noch einmal zurück.

Durch die Einrichtung der Stromtankstelle würden für die Geschäftsleute wichtige Kundenparkplätze wegfallen, da zwei Stellplätze bei noch geringer Nachfrage für potenzielle E-Wagen-Fahrer freigehalten werden. So lautet das Hauptargument der Beschwerde. Dieses Argument können die Lokalpolitiker aufgrund der noch geringen Zahlen zu den E-Mobilen nachvollziehen. Immerhin seien es bisher nur 0,02 Prozent, die die E-Tankstelle nutzen würden, betonte Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller (CDU).

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Aktuell sehe er die Maßnahme zur Förderung der E-Mobilität noch eher als Marketingeffekt. Wie groß diese Wirkung sei, wenn man viele andere Autofahrer mit klassischem Antrieb verärgere, stellte er infrage. Auch Bernhard Ruthenberg (Grüne) bezweifelte, dass die Ladesäule an der Stelle nötig sei. Die meisten kämen direkt von Zuhause, um einkaufen zu gehen. Da sei das Auto aufgetankt und bräuchte nicht direkt wieder einen Ladevorgang. Die Sonderparkplätze könnten auch hinter das Rathaus, wie von den Einzelhändlern vorgeschlagen, platziert werden.

Das sei bereits geprüft worden, erklärte Monika Meves vom Fachdienst Umwelt. Der Standort sei aber keine gute Alternative, da für den entsprechenden Anschluss Tiefbauarbeiten nötig wären. Das wäre mit höheren Kosten verbunden. Stattdessen hatte die Expertin einen Plan B für die Gremiumsmitglieder dabei, der bereits mit der EWR abgesprochen ist: An der Gertenbachstraße gegenüber dem City-Center könnten ebenfalls die zwei Parkplätze zum Stromtanken eingerichtet werden. Die in der Straße geltende Parkdauer mit Parkscheibe würde auch für die beiden Sonderparkplätze gelten.

Auf diesen Vorschlag reagierten die Bezirksvertreter aber noch verhalten. Man wolle nicht wieder voreilig eine Entscheidung treffen, merkte Stuhlmüller an. Er befürchtet, mit der Lösung nur das Problem zu verlagern und die nächsten Einzelhändler zu verärgern. Deshalb wurde die Abstimmung vorerst verschoben.

Bezirkspolizist Ralf Bäcker brachte den Discounter Aldi als möglichen Standort für die Ladesäule in die Diskussion ein. Dort seien immer ausreichend Parkplätze vorhanden. Stuhlmüller sagte zu, in der Sache das Gespräch mit den Verantwortlichen zu suchen. Allerdings seien die Aussichten eher gering. Bereits bei einer Anfrage zur Errichtung einer Paketstation auf dem Gelände zeigte sich der Discounter wenig kompromissbereit.

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