19. Röntgen-Classic: Die große Schau der Charakter-Autos

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Regen bringt nicht jedem Segen. | Foto: Anna Mazzalupi
Regen bringt nicht jedem Segen. | Foto: Anna Mazzalupi
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Das Dröhnen von Motor und Auspuff schallt durch die engen Gassen der Altstadt. Je näher man dem Markt kommt, desto lauter wird das Geräusch, das das Herz von echten PS- und Oldtimer-Liebhabern höherschlagen lässt. Ein Alfa Romeo Super bringt die Augen von Andreas Bischoff zum Leuchten. Das war 1975 sein erstes Auto. In Bergisch Born, erzählt er mit einem Lachen, hat er damals seinen Auspuff verloren.

Früher Start

Wenn am Vorabend vor der beliebten Oldtimer-Rallye „Röntgen-Classic“ die robusten alten Autos auf Einladung von „Lennep Offensiv“ auf dem Alter Markt einlaufen, steht es für den Lenneper und seine Frau Alexandra Bischoff außer Frage, die PS-Schätze zu begutachten. Das ist ein Pflichttermin. Das Ehepaar ist Oldtimer-Liebhaber durch und durch. Lange fuhren sie einen alten Mercedes S-Klasse. „Damals hatten die Autos noch ein Gesicht, einen Charakter. Das sind noch Autos. Die kann man selber reparieren“, schwärmt Alexandra Bischoff. Währenddessen fährt ein Taunus 17M vorbei. „Die Badewanne“, merkte Andreas lachend an. Als er in der Lehre war, fuhr der Geselle solch ein Modell. Zu fast jedem Wagen fiel ihm etwas aus der eigenen Vergangenheit ein. Die Autoschau ist für ihn auch deshalb ein stückweit schwelgen in Erinnerung.

Selbst der kräftige Regenschauer schreckte die wahren Fans nicht ab. Tropfen für Tropen lief von der schmalen Windschutzscheibe auf die Motorhaube. Das glänzende Rot des alten Fiat 500 schien dem Regen und dem tristen Himmel nur so zu trotzen. Auch der rote Triumph von Gisela Windrath-Heinze stach hervor. Als sich der Schauer wieder gelegt hatte, wischte die Wuppertalerin behutsam das Wasser weg. Handschuhe mit dem Muster der britischen Flagge lagen stilecht im Inneren. Das Leder der Sitze schien trotz der tiefen Türen verschont geblieben zu sein. Durch ihren inzwischen verstorbenen Mann kam sie zu dem Hobby. Regelmäßig ist sie bei Ausfahrten dabei. Die weiteste Tour ging in die Südtoskana – über 3700 Kilometer. „Lennep ist einfach schön“, sagt sie. Dann packte sie schnell alles zusammen, drehte den kleinen Geheimschlüssel für ihren TH6 und fuhr mit lautem Auspuff davon. „Ich muss morgen ja auch früh raus“, merkte sie vorher noch an. Immerhin: Der Startschuss für die 19. Röntgen-Classic war schon um 8 Uhr in der Früh.

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Bernd und Christine Beyermann aus Remscheid waren auch schon mehrmals bei den Ausfahrten dabei. Auf diese Weise würde man auch Ecken in der Heimat kennenlernen, in die man sonst so nie fahren würde. In diesem Jahr blieb der MGB allerdings wegen einer neuen Windschutzscheibe im Trockenen. Zum Schauen kamen die beiden aber trotzdem. „Wir sind immer da“, sagte er mit einem Lachen. Die Atmosphäre sei schön und natürlich auch die Autos. Bei guter Musik und leckerem Essen kam man schnell mit Teilnehmern und andern Oltimerfreunden ins Gespräch.

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