„Seien Sie mutig!“

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Astronautentrainerin Laura Winterling beim Damensymposium der Volksbank im Bergischen Land. | Foto: Cristina Segovia-Buendía
Astronautentrainerin Laura Winterling beim Damensymposium der Volksbank im Bergischen Land. | Foto: Cristina Segovia-Buendía
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Astronautentrainerin Laura Winterling beim Damensymposium der Volksbank im Bergischen Land.

Astronautentrainerin Laura Winterling entführte die Gäste des diesjährigen Damensymposiums der Volksbank im Bergischen Land von der Klosterkirche hinauf ins Weltall, auf die Internationale Raumstation. Die studierte Physikerin erzählte über ihren spannenden Arbeitsalltag und darüber, was es bedeutet mit Herzblut seine Träume zu verfolgen.

Wieviele Menschen waren schon im All?

Von acht Milliarden Erdenbürgern haben es gerade einmal 550 Menschen hinauf ins All geschafft. Auch Laura Winterling packte die Neugierde für die Weiten des Universums. Und auch wenn sie bislang noch nicht selbst in einer Rakete ins All reiste, ist sie nah dran. Sie studierte Physik und wurde Trainee der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), bereitet also angehende Astronauten auf ihre Reise vor. „Wie oft nur wurde mir früher gesagt, dass ich das nicht schaffen würde“, sagte sie unaufgeregt von der Bühne der Klosterkirche aus, wo ihr die zahlreichen Gäste im vollbesetzten Saal aufmerksam zuhörten. „Nehmt das“, sagte sie daraufhin freudestrahlend, ballte die Hand zu einer Faust zusammen und zog den angewinkelten Arm in siegreicher Geste mit dem Ellenbogen seitlich an ihrem Körper zurück. Es war die erste Lektion des Abends: Nicht den Pessimisten trauen, sondern seinem Herzen folgen und Ziele selbstbewusst verfolgen.

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Als Astronautentrainerin bereitet sie diejenigen akribisch vor, die unter tausenden Bewerbern für eine Mission zur Weltraumstation ISS ausgesucht werden. In Köln müssen europäische Astronauten über drei Jahre lang die Schulbank drücken, sämtliche Abläufe bis zur Verzweiflung wiederholen, bis alle Handgriffe so automatisiert sind, dass sie im Schlaf ausgeübt werden könnten. „Das ist anstrengend – sehr sogar“, bemerkte Winterling. „In dieser Zeit vernachlässigen diese Menschen alles um sie herum, Familie und Freunde, um sich nur auf diese eine Reise und ihren Aufenthalt auf der ISS vorzubereiten.“ Die Raumstation beschrieb die 38-Jährige als ein etwa 100 mal 80 Meter großes Ferienhaus, an dem auch immer mal wieder etwas gemacht werden muss, um es instand zu halten.
Winterling brachte fotografische Eindrücke des Trainingslagers mit, etwa einer nachgebauten Raumstation in einem riesigen Schwimmbecken unter Wasser, „um die Schwerelosigkeit zu simulieren“, oder auch Videoaufnahmen der Astronauten, die ihren Arbeitsplatz im Weltall gefilmt hatten: kleine enge Kapseln aneinander gesteckt, in denen die Raumfahrer, um sich fortzubewegen, wie in der Luft schwammen. Besonders erleuchtend waren die Aufnahmen aus der ISS-Cupola, dem Beobachtungsturm der Internationalen Raumstation, heraus, die unseren blauen Planeten aus 400 Kilometern Höhe zeigten.

Am Ende eines kurzweiligen, informativen und sehr inspirierenden Vortrags gab Winterling den Anwesenden noch einen letzten Tipp mit, während im Hintergrund auf der Leinwand Astronauten auf dem Mond stolperten: „Wer etwas Neues versucht kann hinfallen. Seien sie mutig.“

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