„Biedermann und die Brandstifter“ als „multimediales Spektakel“

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Moderne Umsetzung eines Klassikers. | Foto: Anna Mazzalupi
Moderne Umsetzung eines Klassikers. | Foto: Anna Mazzalupi
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Ein Werbespot, aufgenommene Interviews und sogar eine eigene Nachrichtensendung – der Literatur-Kurs Q1 des Leibniz-Gymnasiums hat für seine Interpretation des Klassikers „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch verschiedene Darstellungsformen gemischt und auf die Bühne der Aula gebracht. Schulleiter Dr. Thomas Giebisch lobte die Inszenierung als „multimediales Spektakel“.

Moderne Akzente

Dieses Lob erhielten die Oberstufen zurecht. Geschickt haben die Oberstufenschüler bei der Auseinandersetzung mit dem Stoff moderne Akzente gesetzt und Anspielungen auf aktuelle Ereignisse einfließen lassen. Zentral war das Motiv der Menschlichkeit, von der es nach Aussage von Gottlieb Biedermann (gespielt von Junia Denker) in der Gesellschaft wieder mehr braucht.

Und so nahm der narzisstische Haarwasserfabrikant die zwei zwielichtigen Gestalten Joseph „Sepp“ Schmitz (Amin Ijfiri) und Wilhelm „Willi“ Eisenring (Lisa Elfering) bei sich auf dem Dachboden auf. Spätestens, als sie die Benzinfässer auf dem Dachboden lagerten, ist sich Biedermann gewiss, dass es sich bei den beiden Männern um die Feuerteufel handelt, die später seine Heimatstadt und sein Haus in Flammen aufgehen lassen werden. Dabei war er sich doch so sicher, Brandstifter sofort erkennen zu können. „Die beste Tarnung ist immer noch die Wahrheit. Die glaubt niemand“, sagt Eisenring im Gespräch mit Biedermann, der sich bis zum Schluss selbst hinter das Licht führte.

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Die gedrehten Interviewszenen auf dem Schulgelände mit Marko Schätz als Reporter lockerten das Stück auf, sorgten für so manchen Lacher. Lehrer und Mitschüler werden darin zu den Ereignissen um die Brandstifter befragt und sollten Tipps dazu geben, wie sie sich schützen. Geschickt und überspitzt flossen hier Anspielungen auch auf die Debatte um die Flüchtlingswelle und Integration ein. Das Einspielen der Videosequenzen auf einer Leinwand führte das Publikum auf gewisse Weise aus dem Stück heraus, dass die Schüler zudem mit zwei Gesangseinlagen von Ruthie Konrad sowie einer Tanzszene versehen hatten.

Neben der Ergänzung des Stückes verstanden es die Darsteller zudem, geschickt die Aula als Bühnenbereich mit einzubeziehen – etwa, als Sepp und Willi geräuschvoll das Benzinfass zur Dachbodenkulisse schleppten oder die Truppe beim geselligen Abendessen singend durch die Reihen lief. Mit viel Leidenschaft und Engagement verkörperten die jungen Darsteller ihre jeweiligen Rollen und glänzten dabei mit Textsicherheit und hervorragendem Ausdruck. Dafür erhielten sie zurecht immer wieder anerkennenden Beifall.

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