„Mein neuer Lebensplan“: Jugendlichen in El Salvador helfen

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Daysi Raquel Rodriguez Fuentes vor ihrer Landesflagge und mit einem Foto des Heiligen ihres Landes: Bischof Oscar Romero. | Foto: Cristina Segovia-Buendía
Daysi Raquel Rodriguez Fuentes vor ihrer Landesflagge und mit einem Foto des Heiligen ihres Landes: Bischof Oscar Romero. | Foto: Cristina Segovia-Buendía
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Vortrags- und Diskussionsabend der Ökumenischen Initiative im katholischen Jugendfreizeitheim im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Wie ist es, in einem Land aufzuwachsen, in dem sich Jugendliche, aufgrund fehlender Perspektiven, lieber gewalttätigen Banden anschließen, als schutzlos in den Tag hineinzuleben? Im zentralamerikanischen Küstenstaat El Salvador ist das für zahlreiche Heranwachsende bitterer Alltag. Ein Lichtblick bietet da das Projekt „Mein neuer Lebensplan“ der Caritas San Salvador, das vom katholischen Hilfswerk Misereor unterstützt wird. Im Rahmen der Wochen ohne Rassismus in Remscheid bot Sozialarbeiterin Daysi Raquel Rodriguez Fuentes im katholischen Jugendfreizeitheim Lüttringhausen Einblicke in ihre spannende Arbeit und erzählte, wie sie es mit dem Programm schaffen, mit den Jugendlichen neue Perspektiven zu erarbeiten.

Was das Ganze mit der Woche gegen Rassismus zu tun hat, fasste Pfarrer Johannes Haun, dessen Ökumenische Initiative zum Vortragsabend geladen hatte, kurz zusammen: „Wenn Menschen keine Perspektive im eigenen Land haben, wandern sie aus und versuchen ihr Glück woanders.“ Ganz gleich, ob in den USA oder in Deutschland, Immigranten würden vielerorts angefeindet. Projekte, die sich vor Ort darum kümmern, Menschen im eigenen Land Möglichkeiten eines würdigen Lebens aufzuzeigen, erspare den Immigranten zum einen den Schmerz ihr Land zu verlassen und dann auch in der Fremde nicht willkommen zu sein.

Hilfe zur Selbsthilfe

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„Mein neuer Lebensplan“ sei Hilfe zur Selbsthilfe, betonte Rodriguez Fuentes. Mit einer kleinen Weisheitsgeschichte machte sie das allen der gut 20 Anwesenden im Freizeitheim deutlich. Die Moral der Geschichte nämlich lautete: alles, was wir aus unserem Leben machen, liegt in unserer eigenen Hand. Das ist auch das Credo des Projekts. Die Jugendlichen erfahren spielerisch, wie wichtig es ist, Pläne zu schmieden, an ihnen zu arbeiten und sie zu verfolgen. Praktische Übungen absolvierte Rodriguez Fuentes mit den interessierten Anwesenden und erzählte, anhand von vielen Bildern, über die Arbeit innerhalb des Projekts in ihrem Heimatland.

Dabei präsentierte sie auch viele Erfolgsgeschichten, etwa von einem jungen Mann, der durch das Projekt beschloss, Konditor zu werden; andere, die eine Ausbildung oder gar ein Studium aufgriffen und wiederum andere, die mit ein wenig finanzieller Starthilfe ihr erstes eigenes Geschäft aufbauten. Gemeinsam haben all diese Schicksale den Willen der Einzelnen, sich selbst zu übertreffen und sich nicht einfach mit den Gegebenheiten zufriedenzugeben. „Diese Erfolge verleihen den Jugendlichen dann auch das nötige Selbstbewusstsein, weiterzuarbeiten und der Spirale der Gewalt zu entfliehen“, so Rodriguez Fuentes.

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