Dr. Ferdi Nolzen: „Der Gletscherrückgang tut weh“

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Dr. Ferdi Nolzen während seines Berichtes mit passendem T-Shirt. Foto: www.juudo-fotografie.de
Dr. Ferdi Nolzen während seines Berichtes mit passendem T-Shirt. Foto: www.juudo-fotografie.de
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„Ich bin ja Zahnarzt. Ich habe immer nur einen vor mir.“ Ein sichtlich beeindruckter Ferdi Nolzen begrüßte leicht nervös, wenngleich hoch erfreut die vielen Besucher seines Vortrages am Abend des 24. Januar 2019 im Festsaal des Lüttringhauser Rathauses. Und dazu hatte er auch allen Grund: Der Andrang der Interessierten war enorm. Für etwa zwei Dutzend nicht eingeplante Gäste mussten Sitzgelegenheiten besorgt werden. Insgesamt waren es mehr als 100 Besucher.

Dr. Ferdi Nolzen, der vom Kulturkreis im Heimatbund eingeladen worden war, berichtete in seinem Vortrag „Westalpen Deluxe“ von seinen Besuchen eben jener Region, die westlich von der Grenze Bodensee / Comer See verläuft und fast alle 4.000 Meter hohen Berge der Alpen beherbergt. Durch überaus sehenswertes Bildmaterial unterstützt referierte Dr. Nolzen kenntnisreich und humorvoll über die Philosophie der Skihochtouren – aber auch über deren Gefahren.

Klare, optisch ansprechende Fotos mit passender Musik

Ein ausführlicher Blick auf die nötige Ausrüstung für solche Unternehmungen ließ sich der Berichterstatter nicht nehmen (inklusive des „Lawinenverschüttetensuchgerätes“, des LVS), bevor er in die Bergwelt der Westalpen einführte, die „schroffer und anstrengender als die Ostalpen sind, aber gewiss auch schöner.“ Dr. Nolzen erwähnte die Höhenkrankheit, die merkwürdigerweise bei jungen Frauen am Häufigsten auftritt, stellte fest, dass man „Höhe nicht trainieren“ kann, bedachte Alpenhütten ohne fließendes Wasser mit eindrücklichen Sätzen, berichtete über Dufourspitze (4.634 Meter) und Matterhorn (4.478 Meter) und warf auch einen Blick auf die Eiger-Nordwand, jene beinahe 1.800 Meter hohe Herausforderung, die eher durch die Menschen berühmt geworden ist, die sie eben nicht bezwingen konnten. Klare, optisch ansprechende Fotos mit passender Musik (unter anderem Hans Zimmers „Pirates Of The Caribbean“) unterlegt, unterstützten den Referenten bei seinem Vortrag. Nie vergaß Dr. Nolzen die beteiligten Menschen zu erwähnen; zu acht waren sie unterwegs, meist von Zermatt aus, jener autofreien Stadt, die immerhin auch schon 1600 Meter hoch liegt und von der aus die Ziele der Gruppe relativ gut zu erreichen waren.

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Bilder und Berichte vom höchstgelegenen europäischen Bahnhof (Jungfraujoch) und chinesischen Touristen in Flipflops, die dort oben bereits von bereitstehenden Ärzten erwartet werden, schlossen sich an. Siebenhunderttausend Touristen wollen das in jedem Jahr sehen. Die Dicke der Gletscher geht kontinuierlich zurück. Man schätzt, dass die dickste Stelle vielleicht noch 900 Meter beträgt. Und da Dr. Nolzen nicht zum ersten Mal in den Alpen unterwegs war und Vergleichsmöglichkeiten hat, fügte er betroffen an: „Wenn man sich den Gletscherrückgang der vergangenen Jahre ansieht, dann tut das körperlich weh.“

Tour niemals ohne Bergführer angehen

Zum Schluss ging Dr. Ferdi Nolzen auf immer wieder gestellte Fragen ein. „Gab es gefährliche Stellen auf Ihrer Tour?“ „Ja“, antwortet der Zahnarzt, „da haben wir immer die Frauen vorgeschickt.“ Lautes Gelächter. Der erfahrene Alpenreisende wies überaus deutlich darauf hin, das man so eine Tour niemals ohne Bergführer angehen sollte. Und zu der Philosophie der Skihochtouren befragt, schloss er: „Man kommt dann wieder runter und begreift, dass die Welt sich weitergedreht hat, obwohl man eine Woche nicht online war.“ Ulrike Donner, die für den Kulturkreis im Heimatbund die Veranstaltung moderierte, dankte dem Referenten und fügte im Sinne der Zuhörer an: „Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt.“ Wer Lust (und Durst) hatte, durfte nach dem Vortrag noch kühles Bier vom Fass genießen, das Dr. Nolzen bereitgestellt hatte.

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