Kommentar: Empathie kann man nicht kaufen – Wecker schon

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Die Kreuzung Lüttringhauser Straße / Ecke Richthofenstraße. | Foto: Sascha von Gerishem
Die Kreuzung Lüttringhauser Straße / Ecke Richthofenstraße. | Foto: Sascha von Gerishem
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Ein zehnjähriges Mädchen wird hier em Dorp auf dem Weg zur Schule trotz grüner Ampel angefahren und der Unfallfahrer begeht auch noch Fahrerflucht. Der Fahrer bleibt in seinem warmen, überdimensionierten Fahrzeug sitzen und fährt einfach weiter, während das Kind verletzt an der Straße liegt. Statt in die Schule ging es ins Krankenhaus.

Empathie ist die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen, was dem Fahrer offensichtlich nicht möglich war. Egoismus schlägt Empathie – schon wieder. Mangelnde Empathie macht den Schulweg auch gefährlicher als er früher war. Jeden Tag gibt es eilige Eltern, die Verkehrsregeln missachten und auch die Regeln der Schule und ihre Kinder bis vor die Schultür fahren, etwa weil sie zu spät dran sind (kauft Euch ’nen Wecker und fahrt früher los!) oder weil sie den Schulweg für zu gefährlich erachten.

Dabei sind die Autos, die den Schulweg gefährlicher machen, die Fahrzeuge der Eltern selbst – jeden Morgen an jeder beliebigen Grundschule zu beobachten. Ganz abgesehen davon, dass sie ihre eigenen Kinder um Erfahrungen und Eindrücke betrügen, die sie durch das Übernehmen von Verantwortung auf dem Schulweg sammeln.

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Fünf Minuten Verspätung können ein Menschenleben nie aufwiegen. Schaut Euch Verkehrssituationen mal aus Kindersicht an, etwa im Knien, und begreift.

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