Wir bleiben für immer zusammen

Lina und Ewald Miller feierten 65-jährigen Hochzeitstag.

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Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller (li.) gratulierte dem Paar und der Familie herzlich und mit viel Zeit. Foto: Elisabeth Erbe
Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller (li.) gratulierte dem Paar und der Familie herzlich und mit viel Zeit. Foto: Elisabeth Erbe
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Lina und Ewald Miller feierten 65-jährigen Hochzeitstag.

Beide sitzen am Tisch nebeneinander und halten immer wieder ihre Hände. Gemeinsam essen sie Kuchen und freuen sich über ihren Familienbesuch. Lina und Ewald Miller feierten letzte Woche im Pflegeheim „Wunder“ ihren 65. Hochzeitstag, die eiserne Hochzeit. Der Name leitet sich vom Metall Eisen ab, das widerstandsfähig und robust ist. Ebenso stark ist auch eine Ehe nach 65 Jahren.

Gemeinsam stark

Genauso wie es in den langen Jahren schwierige Situationen gegeben hat, so kann auch Eisen etwas Rost ansetzen. Aber Lina und Ewald Miller haben nie aufgegeben. Sie wurden durch den Krieg nach Kasachstan verschleppt. Dort haben sie sich kennengelernt und erfahren, dass sie vorher Nachbarn gewesen sind.

Ihr Mann Ewald Miller (88) musste schon mit 13 Jahren arbeiten. Er half bei der Ernte mit, machte Heu und fuhr Traktoren. „Das war eine schwere Arbeit“, sagte Miller. Lina Miller war leidenschaftliche Schneiderin. „Wir haben beide in der gleichen Straße gewohnt. Die Eltern haben sich gekannt“, erinnert sich Lina. Die 83-jährige weiß noch genau, wie ihre Hochzeitsfeier ausgesehen hatte. „Es war eine arme Hochzeit. Durch den Krieg hatten wir nichts. Ich trug ein weißes Brautkleid mit Schleier und es gab Dampfkartoffeln, Fleisch, Kartoffelsalat und Hefekuchen zum Abendessen“, weiß sie noch. Nur die engsten Verwandten wurden damals, 1953, eingeladen. Ihre Hochzeitsgeschenke waren drei Meter Stoffware, ein Kochtopf und Besteck.

Vier Kinder wurden geboren, bis sie vor 23 Jahren nach Deutschland aussiedelten. Endlich zurück in die Heimat.

Mittlerweile haben sie zehn Enkelkinder und zehn Urenkelkinder. Einige von ihnen haben sie im Pflegeheim „Wunder“ besucht. Der Zusammenhalt in der Familie ist groß. Auch wenn es einige harte Jahre gab, „wir bleiben für immer zusammen“, sagte die Ehefrau. Laut ihrer Schätzung hatten sie 75 Prozent gute und 25 Prozent schlechte Zeiten in der Ehe. Zur Feier des Tages gab es Kuchen, Pralinen, Obst, Nudelsalat und Manti (gefüllte Teigtaschen). In der Tagespflege wurde gefeiert und gesungen. „Das ist schon was Besonderes“, freut sich Einrichtungsleiterin Lidija Wunder. Und wenn sich das Ehepaar zurückerinnert, dann waren die schönsten Momente, wenn ihre Kinder Hochzeit feierten.

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