Zuviel für eine Nacht

Mehr als zwanzig Angebote zur 14. Nacht der Kultur und Kirchen in Lüttringhausen und Lennep.

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Les Fleurs Reunion im Röntgen-Museum. Foto: Cristina Segovia-Buendía
Les Fleurs Reunion im Röntgen-Museum. Foto: Cristina Segovia-Buendía
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Mehr als zwanzig Angebote zur 14. Nacht der Kultur und Kirchen in Lüttringhausen und Lennep.

Die Nacht der Kultur lockte am Wochenende viele Nachtschwärmer auf die Straßen. In jedem Stadtteil boten Bars, Cafés, Institutionen und sogar einige Privatpersonen ein vielfältiges Kulturprogramm. Insgesamt 70 Veranstaltungen standen zur Auswahl. Auch in Lennep und Lüttringhausen hatten Besucher die Qual der Wahl.

Brummendes Lennep

Kaum hatte die Dunkelheit die Seestadt auf dem Berg eingenommen, schwärmten sie aus, die Kulturfreunde auf der Suche nach Unterhaltung, guter Musik, interessanten Gesprächen und Geselligkeit. Glücklich konnten sich jene schätzen, deren kulturelles Interesse auf Veranstalter stieß, die nah beieinander lagen. So konnten sie fußläufig zwischen diversen Anlaufpunkten wechseln. So, wie etwa in der Lenneper Altstadt: Hier brummte aus nahezu jedem Café Live-Musik, Galerien und Ateliers öffneten ihre Türen, zeigten zeitgenössische Werke, und Kulturzentren wie die Klosterkirche oder das Rotationstheater brachten ansprechende Künstler auf die Bühne oder machten die Gäste selbst zu Showacts.

Das Röntgen Museum weckte das Interesse der Passanten durch das wunderschöne bunte Lichtspiel im Foyer ihres Hauses, wo die Band „Les Fleurs Reunion“ alte Klassiker sang. Parallel dazu gab es Gruselführungen durchs Museum. Auf dem Alter Markt dagegen herrschte ein musikalisches Potpourri. Im „König von Preußen“ sorgte die Nachwuchsband „Hanky Pankies“ im vollbesetzten Lokal für Furore, während es nebenan im Café „Kaffeeklatsch“ die erfahrenere Formation von „Framework“ ihnen gleichtat.

Wer es künstlerischer mochte, fühlte sich in der Altstadt-Galerie sowie in der Galerie Rouge wohl. Bei Ehepaar Wroblowski (Altstadt-Galerie) hieß eine aufblasbare Figur von Edvard Munchs „Der Schrei“ die Gäste willkommen. Der Gang durch die dunkle Gasse zur Galerie Rouge war mit Kerzen in roten Plastikbechern gesäumt. Passend zur roten Fassade des Hauses war schon das ein wunderschöner Blickfang.

Beschauliches Lüttringhausen

In Lüttringhausen dagegen waren weniger Menschen auf den Straßen zu sehen. Womöglich lag das an den weiteren Wegen zwischen Blume, Haus Clarenbach und Gertenbachstraße. An der Blume öffnete Scherenschleifer André Scharkin die Türen zu seiner Werkstatt und zeigte die alte Kunst des Scherenschleifens. Im Haus Clarenbach holte sich Klaus Blombach (2. Vorsitzender des Fördervereins) illustre Lütterkuser (Katja Grafweg, Andreas Stuhlmüller, Christiane Karthaus und Dr. Manfred Diederichs) für ein Couchgespräch aufs Sofa.

Viel zu lachen gab es im Flair-Weltladen, wo Kabarettist Martin Funda gleich zwei Vorstellungen absolvierte. Gemütliche Stimmung herrschte beim Lichterfest mit schottischen Single Malt Whiskys bei Thorsten Greuling in seiner Kaminlandschaft und gesellig wurde es zu später Stunde auch im heimischen Wohnzimmer von Familie von Gerishem. Bei fairgehandelten Köstlichkeiten und guter Reggaemusik wurden Fremde zu Freunden. „Wir sind der Musik gefolgt und hier gelandet“, äußerte Michaela Ernzer amüsiert. Die Familie kannte sie vorher nicht, war aber von der Gastfreundschaft begeistert. „Eine sehr herzliche Atmosphäre und alles sehr lecker“, urteilte Tanja Liedke. Eine gelungene, aber zu kurze Nacht, um allen Angeboten gerecht zu werden.

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