Ein Brunnen verändert alles

Ein Kommentar von Stephan Jasper.

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Der Entwurf der Landschaftsarchitektin Aletta Mortsiefer für den Heimatbund Lüttringhausen.
Der Entwurf der Landschaftsarchitektin Aletta Mortsiefer für den Heimatbund Lüttringhausen.
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Ein Kommentar von Stephan Jasper.

Von Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller (CDU) gefragt, in welchem Maße die Berücksichtigung eines Brunnens die Konzeption der Grünanlage hinter dem Rathaus beeinflusse, hatte Dirk Buchwald, Grünplaner in Diensten der Technischen Betriebe Remscheid, gesagt, „gewaltige Auswirkungen auf die Planung“ bringe das mit sich. (vgl. LA/LiB vom 18.10.2018).

Mit anderen Worten: Grüngestaltung und Brunnen lassen sich nicht isoliert voneinander betrachten, eine Verfahrensweise nach dem Motto: zuerst entwerfen wir eine Grünfläche und wenn dann noch ein Brunnen gewünscht wird, schauen wir mal, wo wir ihn unterbringen, verdammte ihn zu einem Lückenfüllerdasein. Es ist vielmehr so, dass die Grünanlage von Anfang an auf den Brunnen hin angelegt sein muss. Denn seine Platzierung bestimmt die Blickachsen, die daher von hoch wachsenden Pflanzen und abgestellten Automobilen freizuhalten sind. Seine Platzierung bestimmt auch den Ort des zentralen Platzes und der Sitzgelegenheiten sowie den Verlauf der Wege.

Eindrucksvoll bestätigt wurde Dirk Buchwalds Aussage jetzt auf der Mitgliederversammlung des Heimatbundes. Als die Kölner Gartenarchitektin Aletta Mortsiefer ihren Brunnenparkentwurf vorstellte, konnten alle, die sich der 2016 im Rahmen einer Bürgerbeteiligung präsentierten Varianten erinnerten, das Überschreiten einer Schwelle konstatieren: während damals eher der Eindruck einer begrünten Fußgängerpassage entstand, deren Bäume Passanten und Automobile beschatten, wurde nun der Weg zu einem wirklichen Park gewiesen.

Der Brunnen stößt gleichsam das Tor auf; sofern es seinetwegen zu einer erheblichen Verringerung der Stellplätze kommt, wird kostbare öffentliche Fläche frei für einen „angenehmen Verweilort“, so die Vorsitzende des Naturschutzbeirates, Gabriele Lipka.

Für einen „Mittelpunkt“ der vor Jahren proklamierten Neuen Mitte, so die Vorsitzende des Heimatbundes, Christiane Karthaus.

Für einen kleinen „Central Park“ über den Dächern der oberen Gertenbachstraße – was bisher allerdings noch niemand gesagt hat. Gut, dass Andreas Stuhlmüller vorgeschlagen hat, der Bezirksvertretung solle auch eine Variante mit Brunnen vorliegen, wenn sie endgültig über die Gestaltung des Hinterhofgeländes entscheidet. Und gut, dass ihm am 10.10.2018 fast alle Bezirksvertreter gefolgt sind, indem sie Dirk Buchwald einen entsprechenden Planungsauftrag erteilten.

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