Remscheid unterstützt Kaffeebäuerinnen

Vertreterin der Frauenkooperative Aprolma aus Honduras zu Gast im Remscheider Rathaus und im Lüttringhauser Flair-Weltladen.

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Cruz Dolores Benitez berichtet im Flair-Weltladen über die ehrgeizigen Pläne von Aprolma. Foto: Elisabeth Erbe
Cruz Dolores Benitez berichtet im Flair-Weltladen über die ehrgeizigen Pläne von Aprolma. Foto: Elisabeth Erbe
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Vertreterin der Frauenkooperative Aprolma aus Honduras zu Gast im Remscheider Rathaus und im Lüttringhauser Flair-Weltladen.

Beim zweiten offiziellen Partnerschaftsbesuch im Remscheider Rathaus von Cruz Dolores Benitez, Vertreterin der Frauenkooperative Aprolma aus Honduras, konnte freudig Vollzug gemeldet werden. Sven Wiertz hielt als Kämmerer den Förderbescheid von Engagement Global in Händen, den Andreas Hennig an Bürgermeister David Schichel überbringen durfte. Mehr als 25 Teilnehmende – darunter auch eine Delegation der Schülergenossenschaft Tante EMA Laden eSG – freuten sich über den Erfolg ihrer Arbeit.

Investition in bessere Zukunft

Die Steuerungsgruppe Fairtrade Town Remscheid hatte im letzten Jahr erreicht, dass zwei Vertreterinnen von Aprolma im Rahmen des kommunalen Partnerschaftsprogrammes ins Rathaus eingeladen werden konnten. Das damals geplante Projekt konnte nun besiegelt werden. Mit den rund 53.000 Euro, die als Fördersumme bereitstehen, kann die Stadt Remscheid gemeinsam mit der Gepa und dem Flair-Weltladen die Erweiterung der Produktionsanlagen in Honduras unterstützen, damit die Frauen von Aprolma bald den gesamten Produktionsprozess vom Anbau bis zur Röstung in eigener Regie gestalten können. Wichtig ist die kontinuierliche Beratung und Ausbildung durch den Fairen Handel, um den Bioanbau zu garantieren. Der direkte Kontakt zwischen Produzenten und Kunden ist wesentlich für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Fortschritte in Honduras. Kaffeebäuerin Cruz Dolores Benitez überreichte dem Bürgermeister eine Dankesurkunde. Außerdem dankte sie Volker Beckmann für das langjährige und unermüdliche Engagement in Zusammenarbeit mit Andrea Fütterer von der Gepa mit einer eigenen Urkunde. „Nur durch dieses beispielhafte bürgerschaftliche Engagement können die kommunalen Entwicklungspartnerschaften erfolgreich arbeiten“, erklärte Andreas Hennig.

Besuch im Weltladen

Einen Tag später war Kaffeebäuerin Cruz Dolores Benitez im Flair-Weltladen in Lüttringhausen zu Gast und stellte die künftigen Pläne der Frauenkooperative genauer vor. Bisher haben die Kaffeebäuerinnen den Kaffee zu Bio-Rohkaffee für den Export verarbeitet. Jetzt möchten die Frauen gemeinsam mit der Gepa neue Perspektiven schaffen und den Kaffee als Endprodukt anbieten.

Den Besuchern im Weltladen erklärte Dolores in ihrer Muttersprache den Ablauf der Produktion und zeigte zahlreiche Bilder und Filme aus der Heimat, Andrea Fütterer übersetzte. „In diesem Jahr war es besonders schwierig, den Kaffee pünktlich zu verschiffen. Wir mussten lange warten, bis der Kaffee geröstet wurde. Wir sind jetzt sehr zufrieden, dass wir diesen Teil der Verarbeitung selbst machen können“, sagte sie.
Magali Aguilar ist Röstmeisterin und arbeitet auf ihrem eigenen Grundstück. „Das schafft uns Arbeitsplätze und wird uns allen helfen“, sagt sie in einem Bericht. Die sechsfache Mutter Irma Esperanza Quintero ist auf ihrer Finca ihr eigener Chef. Auf einem Viertel Hektar baut sie Kaffee unter Schattenpflanzen an. Die Finca von Doña Irma wird alle sechs Monate von Biolatina geprüft. Im Rahmen dieser Inspektionen bekommt sie wertvolle Informationen und Beratung z.B. zu Mitteln für die Royabekämpfung (Kaffeerost) oder der Herstellung von Bio-Dünger. Die meisten Frauen verfügen – so wie Doña Irma – nur über kleine Kaffeeparzellen, durchschnittlich 1,5 ha pro Mitglied. 70 Prozent des Landes dienen dem Kaffeeanbau. Der Rest ist mit Mais, Bohnen, verschiedenen Obst- und Gemüsesorten und Aloe Vera bepflanzt. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Mitglieder von Aprolma nachhaltig zu verbessern. Sie erhalten eine grundlegende Ausbildung und erlernen die Fertigkeiten und schaffen so vor Ort einen wichtigen Mehrwert und Arbeitsplätze für Frauen. Männer können der Kooperative nicht beitreten.

Die Frauenkooperative in Marcala/ Honduras bietet 69 Frauen einen Arbeitsplatz. Honduras ist ein Agrarland, in dem ein Drittel der Frauen in der Landwirtschaft arbeiten. Trotz Frauenwahlrecht von 1957 und Gleichstellung sind sie benachteiligt, so dass sie von Armut häufiger betroffen sind als Männer.

Bürgermeister David Schichel und Stadtdirektor Sven Wiertz werden das Projekt weiterhin mit der Steuerungsgruppe Fairtrade Town Remscheid unterstützen. Der Flair-Weltladen arbeitet seit Jahren mit den Kaffeebäuerinnen zusammen. Den handverlesenen Bio-Kaffee von Aprolma, der als Rohkaffee von der Gepa importiert und in Lennep bei Crespo geröstet wird, kann man seit ein paar Jahren im Flair-Weltladen als „Bauernmarktkaffee“ kaufen.

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