Sprung von der Dampflok zum E-Auto

Mit dem Smart Mob E-Mobilität wurde beim Bahnhofsfest eine Brücke von Vergangenheit in die Zukunft geschlagen.

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Voll war es beim Smart Mob zu E-Mobilität und Klimaschutz. Foto: Sascha von Gerishem
Voll war es beim Smart Mob zu E-Mobilität und Klimaschutz. Foto: Sascha von Gerishem
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Mit dem Smart Mob E-Mobilität wurde beim Bahnhofsfest eine Brücke von Vergangenheit in die Zukunft geschlagen.

Nur ein leises Surren ist maximal zu hören. Sonst nichts. Fast geräuschlos fuhren am Samstag zum Smart Mob E-Mobilität acht Elektroautos am Bahnhof Lüttringhausen vor. Begleitet wurden sie von drei Radfahrern. Weitere Hybridmodelle mit zusätzlichen Verbrennungsmotoren standen auf der Von-Bottlenberg-Straße. Mit Moderator Horst Kläuser plauderten die Besitzer auf der Bühne über die Erfahrungen bei Funktion, Reichweite, Lademöglichkeiten, Finanzierung und Zufriedenheit mit den E-Fahrzeugen.

Organisatoren sind zufrieden

Horst Kläuser, Volker Beckmann, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller. Foto: SvG
Horst Kläuser, Volker Beckmann, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller. Foto: SvG

Die Zukunft der Mobilität und der Klimaschutz waren ein großes Thema beim ersten Bahnhofsfest, zu dem der Heimatbund Lüttringhausen gemeinsam mit den Eisenbahnfreunden einlud. Gleich zwei Jubiläen wurden gefeiert. Denn neben 150 Jahre Bahnhof Lüttringhausen blicken auch die Eisenbahnfreunde auf 40 Jahre zurück. Mit dem Besucheraufkommen zeigten sich die Organisatoren zufrieden. „Das ist mehr, als ich erwartete hatte“, sagte Volker Beckmann vom Heimatbund. Über den Tag verteilt schauten immer wieder interessierte Besucher vorbei, um die 800 waren es bis zum späten Abend. Viele der direkten Bahnhofsnachbarn waren da, manche boten an sich für im künftigen Bahnhofsprojekt aktiv zu engagieren.

Stephanie Hoffmann, Marc Koch, Christian Wüster und ... sind Wüster and Friends. Foto: SvG
Stephanie Hoffmann, Marc Koch, Christian Wüster und … sind Wüster and Friends. Foto: SvG

Vor dem Bahnhofplatz konnten sie sich mit Currywurst, fairer Suppe, veganen Speisen oder syrischem Toschka stärken, den Talkrunden zum Thema Radweg und –trasse mit Oberbürgermeister Mast-Weisz und Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller oder der Diskussion zur Mobilitätsstrategie der Stadt mit den Landtagsabgeordneten der CDU und SPD lauschen. Außerdem sorgte ein musikalisches Programm für Abwechslung. Neben der Hausband der Eisenbahnfreunde, Polar Blue, traten Kai Heumann und Mike Reinhardt sowie Gitarrist Volker Grünberg, Fachwerk-Frontfrau Bianca Rosa Klever und die HeartDevils auf, mit denen das Fest beim „Abendbiergarten“ ausklang. Christian Wüster & Friends hatten einen Sketch zum Thema Zugfahren vorbereitet. Die Schlawiner sorgten für Unterhaltung für Kinder. Markus Heip begeisterte mit seinem Puppentheater und auch die Kindereisenbahn drehte fleißig ihre Runden mit den kleinen Passagieren.

Kurt Kaiß hatte nicht nur eigene Bücher im Angebot. Foto: SvG
Kurt Kaiß hatte nicht nur eigene Bücher im Angebot. Foto: SvG

Bei manchen Besuchern weckte das alte Bahngebäude viele Erinnerungen, etwa bei Günter Hannl. Sein Vater arbeitete bei der Bahnpolizei, deshalb war er häufig in der Empfangshalle. „Es ist schön, dass was am Bahnhof passiert. Es ist schlimm, wie das verfallen ist“, merkte er an. Von der Resonanz der Gäste am späten Nachmittag zeigte er sich aber eher enttäuscht. Es sei schade, wenn Veranstaltungen auf die Beine gestellt werden und die Leute das nicht annähmen, meinten auch Monika Schulz und Rolf Schubert. „Wir haben etwas Anderes erwartet. Früher waren solche Feste familiärer“, sagte Schubert.

Eisenbahnfreunde mit Eisenbahnfreunden an der Modellbahnanlage. Foto: SvG
Eisenbahnfreunde mit Eisenbahnfreunden an der Modellbahnanlage. Foto: SvG

Oliver Grünberg war dennoch begeistert von der Anzahl der Besucher für das erste Bahnhofsfest. „Es sind leider nur wenige Kinder da, das ist schade. Aber wir haben das Thema platziert und es ist mehr, als man hätte erwarten können“, zog er sein Fazit. Die Fotoausstellung des Vereins, die im ehemaligen Zugang zur Gaststätte im Inneren zu sehen war, fand viel Beachtung. Interessiert studierten die Beobachter die Fundstücke und historischen Schätze zur Geschichte des Bahnhofes. „Wir sind immer traditionell mit der Eisenbahn nach Elberfeld zum Weihnachtsmarkt gefahren“, erzählte Barbara Oesterheld, während sie die Aufnahmen studierte. Vor allem das Foto der alten Dampflok mit Silberlingen hat es ihr angetan.

Sie ist ein richtiger Eisenbahnbahnfan und hielt einige Bilder mit der Handykamera fest. Es sei toll, dass am Bahnhof wieder Leben einkehre. „Ich hoffe, dass alles restauriert wird und Altes erhalten bleibt“, betonte sie. Auch bei Carsten Stüwe kehrten die Erinnerungen an den alten Bahnhofsbetrieb nach und nach zurück. „Ich freue mich schon, gleich mal wieder auf den Bahnsteig zu gehen. Das ist ein bisschen wie 12 Uhr mittags in einem Western“, merkte er mit einem Lachen an. In den Vereinsräumen der Eisenbahnfreunde konnten Modellliebhaber dann in die Welt der Eisenbahn eintauchen oder eine realitätsnahe digitale Fahrt mit dem Simulator „ZuSi“ erleben.

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