Kinder erklären Röntgens Leben

Engagierte Grundschüler wurden mit besonderem Diplom ausgezeichnet.

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Fröhliche Absolventen: Die neuen Mitglieder im Mini Club des Röntgen Museums. Foto: Elisabeth Erbe
Fröhliche Absolventen: Die neuen Mitglieder im Mini Club des Röntgen Museums. Foto: Elisabeth Erbe
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Engagierte Grundschüler wurden mit besonderem Diplom ausgezeichnet.

Er liebte Schweizer Schokolade, hatte Angst vor Spinnen und litt an einer Rot-Grün-Schwäche. Die Kinder vom Mini Club des Röntgen Museums befassten sich ein Jahr lang mit Wilhelm Conrad Röntgen und erhielten am Dienstag ihr Diplom.

Offizielle Museumsführer für Kinder

Die Grundschüler der 4. Klassen lernten alles über die X-Strahlen, Röntgens Familienstammbaum und seine persönlichen Details kennen. Nun dürfen sie sich offiziell „Museumsführer für Kinder“ nennen. Nela, Charlotte, Lea, Maxi, Fynn, Lukas, Vivien sowie Andreas und Manuel (fehlen auf dem Foto) sind nun Mitarbeiter im Röntgen Museum und Kollegen von Museumsleiter Uwe Busch. „Mit dieser Auszeichnung werdet ihr Museumskollegen. Ein Jahr lang ist eine lange Zeit. Ihr habt was Tolles geschafft!“, lobte Uwe Busch die Kinder.

Viele Kinder aus der 4. Klasse wurden vor einem Jahr gefragt, ob sie Interesse an dieser besonderen Ausbildung hätten. „Es haben sich zu viele Kinder beworben“, verriet Sylvia Siegemund, Schulleiterin der Freiherr-vom-Stein-Grundschule. Ihre Schulkinder sind jedes Jahr dabei. Zum sechsten Mal werden die Diplome vergeben. Otto Pelshenke ist vor vier Jahren mit dem Diplom ausgezeichnet worden, seitdem arbeitet er als Museumsführer. „Mir macht es Spaß, den Kindern fröhlich die Geschichte beizubringen, wo Museen sonst für Kinder langweilig sein können“, grinste der heute 14-jährige. Die anderen Kinder haben sich in dem Ausbildungsjahr stark weiterentwickelt. „Sie lernen auch frei zu reden und bekommen mehr Selbstbewusstsein“, weiß Siegemund.

Das Museum besteht aus vielen Räumen und Zimmern. Neben dem Büro sind das Nobelpreis-Zimmer und das Urlaubszimmer. „Mein Lieblingsraum ist das Arbeitszimmer. Da gibt es viele interessante Fakten“, erklärt die neunjährige Museumsführerin Vivien.

Das Arbeitszimmer ist auch Charlottes Favorit. „In den Schubladen gibt es viel zu entdecken“, wusste die zehnjährige. Sie kann sich ihren Beruf durchaus in dieser Thematik vorstellen. Das Arbeitszimmer zeigte neben den berühmten Schubladen auch den edlen Arbeitstisch von Röntgen sowie ein Stammbuch. „Röntgen hatte keine eigenen Kinder. Er adoptierte seine Nichte“, wusste Lea (9). Lukas ist am liebsten im dunklen Gewölbekeller. „Den mag ich einfach. Dort liegt auch eine Leichenpuppe“, strahlte der neunjährige. Er weiß alles über die Praktiken der Ärzte damals und kennt sich mit den Maschinen aus. „Früher standen die Ärzte neben der Untersuchungsliege beim Patienten, als sie geröntgt wurden. Heute wäre das unmöglich“, sagte Nela und zeigte Röntgenbilder von einem Fuß, Kniegelenk und einem Schädel. Charlotte erklärt die echte abgehackte Hand, die unter starker Strahlenbelastung stand. Viele Mediziner und Forscher starben daran, ebenso auch frühere Patienten. „Heute wissen wir, dass eine Bleimaske oder eine Bleiweste schützen kann“, wussten die jungen Experten.

Volksbank-Vorstand Andreas Otto unterstützt die Arbeit und lobte das Durchhaltevermögen der Schüler und die Eltern, die ihre Kinder unterstützen. „Das wird sich auszahlen“, sagte er und verteilte T-Shirts.

Gut zu wissen

Termine für öffentliche Führungen 2018: 2. September, 7. Oktober, 4. November und am 2. Dezember. Die Museums-Profis können auch zu Kindergeburtstagen gebucht werden. Infos unter 0 21 91 / 16 33 84 oder per E-Mail: info@roentgenmuseum.de

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