Schulhund hilft im Unterricht

Ein Hund unterstützt den Unterricht in der Internationalen Klasse der Albert-Schweitzer-Realschule.

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Hilfslehrerin Aimie wird mit Leckerchen belohnt. Foto: Erbe
Hilfslehrerin Aimie wird mit Leckerchen belohnt. Foto: Erbe
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Ein Hund unterstützt den Unterricht in der Internationalen Klasse der Albert-Schweitzer-Realschule.

Die meisten Schüler haben ihre Angst vor einem Hund überwunden. Aimie ist eine Labradorhündin und hilft in der Seiteneinsteigerklasse seit kurzem im Unterricht mit.

Internationale Klasse

Die Albert-Schweitzer Realschule hat 17 Kinder zwischen 10 und 17 Jahren in der „Internationalen Klasse“, in der Deutsch als Zielsprache erlernt wird. Die Schüler selbst können mehrere Sprachen, sei es Englisch, Arabisch, Italienisch, Türkisch oder Französisch. Sie kommen aus Portugal, Senegal, der Ukraine, aus Bulgarien, Italien, Marokko, Eritrea, Indien, Türkei und Rumänien.

Jeden Mittwoch erhalten die Schüler und Schülerinnen Deutschunterricht auf vier Pfoten. Die schwarze, fast zweijährige Aimie ist noch in ihrer Ausbildung. Ihre Aufgabe ist es, die Sprachförderung der Kinder zu unterstützen, das Empathievermögen zu schulen und ihnen Selbstvertrauen zu verschaffen. Ganz nebenbei wird die Körpersprache, die Motorik und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

Die Besitzerin und Sozialarbeiterin Melanie Kloß hat eigens für den Unterricht Regeln notiert. Nicht rennen, den Hund nur in Absprache rufen, der Hund darf nicht festgehalten und nicht gefüttert werden und die Taschen müssen geschlossen sein. Spielerisch lernen die Kinder z.B. Präpositionen, indem der Hund ihnen die Karten bringt, die sie dann bearbeiten müssen.

Mit viel Freude

Veer (10) hat viel Freude an dem ungewöhnlichen Unterricht. Er lebt seit elf Monaten in Deutschland. Die Deutschlehrer Mehmet Cosgunoglu und Claudia Wiehe haben selbst Spaß in der Stunde. „Die Kinder sind motivierter und ich habe selbst erlebt, dass Schreibblockaden gelöst werden“, sagte Cosgunoglu. Die Kinder, die dem Hund gegenüber ängstlich sind, dürfen ausnahmsweise auf dem Tisch sitzen. Aber in der Stunde sitzen alle auf ihren Stühlen. Die „hundegestützte Pädagogik“ bewirkt noch mehr. Sie hilft den Kindern und Jugendlichen, von denen einige traumatische Erlebnisse hatten, zu einem respektvollen und liebevollen Umgang miteinander.

In der Schulstunde bringt Aimie die Arbeitsaufträge zu den Schülern. Als Belohnung erhält sie ein Leckerchen. Beim Projekttag gestalteten die Kinder ein „Bilderbuch über die Heimat“. Die Schüler berichten dort über ihr Leben und die Kultur, allerdings aus Sicht eines Hundes.
Die Kinder haben kürzlich ihr B1 Niveau erhalten. „Das ist ein Deutsch-Sprachdiplom, ein offizielles Dokument, das bei einer Bewerbung von Vorteil ist“, erklärt der Lehrer. Nach den Sommerferien bekommt Aimie eine neue Klasse. „Allerdings soll sie maximal dreimal pro Woche in die Schule“, erklärt Kloß. Die Kinder freuen sich schon auf „ihre besondere Schulstunde“.

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